LesArt.Preis der jungen Literatur



LesArt.Preis der jungen Literatur 2019

An die jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Dortmund!

Der bedeutendste Preis für junge Literatur in Dortmund, der »LesArt.Preis der jungen Literatur«, wartet auf euch. Wenn ihr aus Dortmund seid, jünger als 35 und schreibt - was auch immer, die Hauptsache: gut - seid ihr eingeladen, eure Texte einzusenden.

Einsenden könnt ihr maximal 3 Texte Prosa - Erzählungen, keine Lyrik - mit jeweils maximal 10 Seiten Din A4 an:
lesart.preis@lesart-festival.de oder LesArt.Festival c/o literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund.

Der Einsendeschluss ist Samstag, der 5. Oktober 2019.

Eine fachkundige Jury wählt aus den Einsendungen den Preisträgertext des »LesArt.Preis der jungen Literatur 2019«. Dieser Preis ist mit EUR 800,– dotiert, von der Sparkasse Dortmund gestiftet und bei der LesArt.Gala am 16. November 2019 im Domicil Dortmund überreicht.

Wir wünschen euch Glück.
Das LesArt.Team

 



LesArt.Preis
der jungen Literatur 2018

Evi Spies

 

Laudatio „Entsorgung“

ivette vivien kunkel

Schließlich also setzte sich die enorm handliche und auf den ersten blick eher schlichte Kurzgeschichte „Entsorgung“ durch – ein knapp anderthalb Seiten kurzer Text ohne erkennbare Absätze, ohne Dialog oder direkte rede und ohne irgendwelche sprachlichen Manieriertheiten – kurz: keine Schnörkel, kein Blinken oder Glitzern, kein unnötiges Tamtam.

Es ist schon so einiges an handwerklichem Können, jede Menge Übung und eine gute Portion Talent nötig, damit etwas – sei es in der Literatur oder in der Kunst, aber ebenso bei Design und Architektur – so leichtfüßig, schlicht und unaufgeregt daherkommt; und dennoch unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht und sie dann nicht mehr loslässt.

Ich meine damit nicht, dass „Entsorgung“ sich so einfach nebenbei runterlesen ließe oder in einen widerstandsfreien Plauderton verfällt, also keine sprachliche Rumkumpelei. Es ist eher sogar eine Erzählstimme, die uns auf Distanz hält und auf unseren Platz als Leser, als Zuschauer, in dem sinne als Konsument verweist – denn so sehr uns eine Geschichte auch mitreißen mag, wir uns mit den handelnden identifizieren und auf ihren Abenteuern mit ihnen mitfiebern: wir sind und bleiben Beobachter, wir bleiben außerhalb all dessen; wir können nicht eingreifen und haben immer Sicherheitsabstand zu den Geschehnissen. Und auch, wenn es sich oft anders anfühlt: wir können nur zuschauen und weiterlesen.
Genau hier will uns die Erzählstimme in „Entsorgung“ aber auch haben.
Zum Glück sind wir dabei nicht allein, wir müssen uns nicht unwohl fühlen oder irgendwie fürchten, unangemeldet in ein Privatleben hineinzuplatzen. Es werden keine Geheimnisse gelüftet, es gibt keine Leichen im Keller und keine heimlichen Affären. Wir sehen genau das Gleiche, das auch die Nachbarin Majowski aus der 1c sieht, wenn sie aus ihrem Fenster blickt.

Es geht um Konsum – also um den grenzenlosen Konsum von Daten, Informationen, Attraktionen, von Video-Clips und Tutorials, von Fragmenten und Szenen fremder Leben – und es geht um Anti-Konsum, um ein weniger haben und weniger werden, um Vereinfachung: „Simplify yourself, reduce to the max“ und dieses Maximum der Minimalisierung ist erreicht mit dem krümelosen, eigenen Verschwinden.

Befreit von allem Tamtam, ohne Glitzer und Bühne und Publikum und Nachbarn und all die kleinen Ablenkungen, also nur der Text und ich und ein wenig Zeit, erst dann zeigt sich „Entsorgung“ in seiner vollen Größe und entfaltet sein ganzes Gewicht, und Schicht um Schicht macht diese Geschichte mehr Freude; es lohnt sich also, sie in aller Ruhe noch einmal zu lesen und selbst zu entdecken.

 

 

 

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Evi Spies freut sich über den LesArt.Preis 2018 und die Preissumme in Höhe von 800 Euro gestiftet von der Sparkasse Dortmund.



LesArt.Preis
der jungen Literatur 2017

Rabea Gruber

Begründung der Jury:
Eine schnörkellose Sprache, die sich dem Leser nicht aufdrängt, die aber auch nichts verschleiert oder schönt; sie tritt sozusagen hinter die Geschichte zurück und genügt sich darin, zu erzählen und zu beschreiben: gerade soviel, dass sich der leser nicht allein gelassen fühlt, und nur so wenig, dass am Ende des Textes eine seltsame Art von Heiterkeit und ein unbestimmt leichtes Gefühl zurückbleibt.
Und dies, obwohl oder gerade weil die Geschichte selbst alles andere als heiter und leicht ist. Auf wirklich kleinstem Raum und mit einfachsten Mitteln werden zahlreiche Widersprüchlichkeiten des modernen Lebens aufgetan, Widersprüche zwischen einer viel zu schnellen und immer funktionierenden Welt und einem zerrüttelten Ich, das haltlos ist, keinen Halt will und doch versucht, ihn sich mit eigenen Mitteln zu organisieren. Halt findet sich manchmal nur in der Haltlosigkeit. In kleinen Begegnungen und Begebenheiten wird dies erzählt und untersucht - dabei jedoch niemals verurteilt.

Um es ganz kurz zu fassen: Herz, Hirn und Handwerk - dies waren die hauptsächlichen Gründe, warum sich die mehrköpfige Jury in diesem Jahr für den Text „Carlo, ich, das Blumenbeet“ von Rabea Gruber entschieden hat.

 

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Rabea Gruber nimmt den LesArt.Preis 2017 und einen Scheck in Höhe von 800 Euro aus den Händen von Jörg Busatta, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Dortmund, entgegen.



LesArt.Preis
der jungen Literatur 2016

Robin Krick

Laudatio "Greiner", Gewinnertext des LesArt.Preises 2016

Robin Krick beteiligt sich seit dem Jahr 2010 an dem Wettbewerb um den Preis der jungen Literatur. So ist es der Jury möglich, die stetig gewachsene Qualität seiner Arbeit zu beurteilen und mitzuverfolgen, wie hier einer wirklich leidenschaftlich und mit wachsender Kenntnis von Literatur kontinuierlich an seiner literarischen Entwicklung arbeitet.
Die vorliegende Arbeit "Greiner" erzählt stringent eine Geschichte, entwickelt in sachlichem Rhythmus eine Schilderung, die den Leser mehr und mehr in den Bann zieht. Kein Wort zuviel. Realität, Beziehungen, Handeln, nichts ist verlässlich. Bis zum Schluss.
Eine großartig erzählte Geschichte, die sich knapp gegen andere gut erzählte literarische Arbeiten, die in diesem Jahr eingesandt wurden, durchsetzte.

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Robin Krick (m.) nimmt den LesArt.Preis 2016 und einen Scheck in Höhe von 800 Euro aus den Händen von Jörg Busatta (l.), Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Dortmund, entgegen. Moderator: Gregor Schnittker



LesArt.Preis
der jungen Literatur 2015

Tobias Kreutzer

Laudatio "Spektralfarben", Gewinnertext des LesArt.Preises 2015
Spektralfarben ist schmutzig. Und stolz darauf.
Da schreibt jemand, wie er spricht, wo der Ton- kein Zufall, aber auch eben nicht kalkuliert ist. Er verfügt über eine eigene, raue Stimme, die sich ihrer Kratzigkeit nicht schämt, wenn man so will.
Stringent und bildverliebt erzählt Spektralfarben weniger die Geschichte denn vielmehr das Gefühl einer behüteten Jugend und der kleinen Ausbrüche, der zaghaften Rebellion. Für den Rapsong zu wenig extrem, für das Elternhaus zu asozial heißt es da, und der rotzige, fast widerwillige Tonfall transportiert das besser als jede Handlung es könnte.
Es gelingt dem Autor, seine eigene Stimme nicht nur zu finden, sondern auch, sie ohne sichtbare Anstrengung zu halten. So wirkt Spektralfarben nie bemüht oder konstruiert, auch in seinen Brüchen nicht.
Kurzum: Spektralfarben klingt authentisch, durchweg, und ist dabei wunderbar gewitzt in seiner Schnodderigkeit. Charmant und klug, ohne sich darum zu bemühen, so sagt es der Text selbst: Wie cool ist das denn bitte?

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Florian Kreutzer (l.) nimmt für seinen Bruder Tobias, der sich für ein Auslandssemester in den USA aufhält, den LesArt.Preis 2015 und einen Scheck in Höhe von 800 Euro aus den Händen von Jörg Busatta (r.), Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Dortmund, entgegen.



LesArt.Preis
der jungen Literatur 2014

Ann-Kristin Hensen

Laudatio: Ann-Kristin Hensen
„Countdown“ – Gewinnertext des LesArt.Preises für junge Literatur 2014

Was passiert, wenn man einen Philosophiestudenten und einen Schreiner unter ein Dach steckt und dann plötzlich eine ungewöhnliche Berufung dazwischen kommt? In Ann-Kristin Hensen wunderbar skurriler und fesselnder Geschichte, nimmt das dunkle Geheimnis eines Mitbewohners unvorhersehbare Ausmaße an.
In der Kurzgeschichte „Countdown“ lässt die Autorin uns in die kleine WG Welt ihrer beiden absolut sympathischen wenn auch geheimnisvollen Protagonisten eintauchen, denen sie sich mit viel Liebe zum Detail widmet. Vor allem durch die authentisch geschriebenen Dialoge lässt Hensen diese vielschichtige Freundschaft und die tragische Geschichte dahinter in sprachlich besonderer Form lebendig werden. Geschickt gelingt es der Autorin unser Verständnis von Realität in Frage zu stellen ohne dabei in den Genre-Kitsch abzudriften.
Was zunächst wie eine studentische WG-Studie aussieht, entpuppt sich als ein zeitgenössisches Großstadtmärchen. Der Plot zieht den Leser sofort in seinen Bann – lässt ihn das Beste hoffen und das Schlimmste vermuten. Wir könnten jetzt noch viele weitere Details aufzählen – doch machen wir’s kurz: Ann-Kristin Hensen ist eine durchweg runde Geschichte gelungen und am Ende werden sicher auch Sie erst einmal „Einatmen, zählen und ausatmen“.

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Ann-Kristin Hensen (r.) nimmt den LesArt.Preis 2014 und einen Scheck in Höhe von 750 Euro aus den Händen von Jörg Busatta (l.), Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Dortmund, entgegen.