LesArt.Ruhr 2026
LiteraturFestival Dortmund
Vom 04. bis 14. November 2026

© privat
Edith sucht nach dem perfekten Job, obwohl sie eigentlich gar nicht arbeiten möchte.
In Nele Jongelings Graphic Novel wird die Suche nach beruflicher Erfüllung zum absurden Fernsehspiel.
Edith hat ihr Studium abgeschlossen und ist auf der Suche nach einem Job. Das Problem: Eigentlich möchte sie gar nicht arbeiten. Trotzdem nimmt sie am „Projekt Traumjob“ teil, einer neuen Fernsehsendung des Bundesbüros für Beruf, die ihren Teilnehmer*innen den perfekten Arbeitsplatz verspricht. Doch bevor Edith ihre vermeintliche Traumstelle antreten darf, muss sie sich gemeinsam mit ihren Mitbewerber*innen zahlreichen Herausforderungen stellen.
Mit viel hintergründigem Humor und einer klaren, ausdrucksstarken Bildsprache erzählt Nele Jongeling eine absurde Mediensatire über die moderne Arbeitswelt. Zwischen Fernsehshow, Konkurrenzkampf und Selbstoptimierung hinterfragt ihr Comic auf unterhaltsame Weise, welchen Stellenwert Arbeit in unserer Gesellschaft einnimmt und wie viel Freiheit im Streben nach dem „perfekten Job“ tatsächlich bleibt.
Nele Jongeling lebt und arbeitet als Comiczeichnerin und Illustratorin in Düsseldorf. In ihren Comics beschäftigt sie sich häufig mit Themen wie Arbeit, Feminismus und queeren Lebensrealitäten. Ihre Arbeiten erschienen unter anderem bei Reprodukt, Carlsen und Jaja Verlag. Seit 2025 unterrichtet sie außerdem an der Ecosign Akademie für Gestaltung in Köln.
In Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut und dem Literaturhaus Dortmund.
Eine Kooperations-Veranstaltung im Rahmen der 5. Dortmunder Comic-Lesewoche des schauraum: comic + cartoon.

© david esch
Hinter @kriegundfreitag steckt der Hamburger Cartoonist Tobias Vogel, der seit 2017 mit seinen minimalistischen Strichmenschen-Zeichnungen in den sozialen Netzwerken begeistert. Mit wenigen Linien schafft er kleine Geschichten voller Humor, Menschlichkeit und überraschender Gedanken über den Alltag. Der ungewöhnliche Name entstand übrigens durch eine Autokorrektur: Aus „Krieg und Frieden“ wurde auf seinem Handy kurzerhand „Krieg und Freitag“.
In seiner unterhaltsamen Bühnenshow präsentiert @kriegundfreitag seine bekanntesten Cartoons, liest ausgewählte Texte und erzählt von den Ideen hinter seinen Zeichnungen. Dabei zeigt sich, dass hinter den scheinbar einfachen Figuren oft kluge Beobachtungen über zwischenmenschliche Beziehungen, gesellschaftliche Fragen und die kleinen Momente des Lebens stecken.
Bekannt wurde Tobias Vogel unter anderem durch seine Strichmännchenkette und die damit verbundene Spendenaktion anlässlich der Ausschreitungen in Chemnitz im Jahr 2018. Für seine Arbeit wurde er 2019 mit dem Grimme Online Award und 2020 mit dem Max-und-Moritz-Publikumspreis ausgezeichnet.
Ein Abend voller Humor, feiner Beobachtungen und überraschender Perspektiven, bei dem garantiert kein Strich zu viel und keine Pointe zu wenig ist.
Eine Kooperation im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kleiner Freitag“ im Dortmunder U.
Eine Kooperations-Veranstaltung im Rahmen der 5. Dortmunder Comic-Lesewoche des schauraum: comic + cartoon.

© Max Zerrahn
Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben.
Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.

© privat

© Denise Leiting
Was wäre, wenn Nettsein kein Charakterzug, sondern ein Überlebensmechanismus ist? In diesem Buch verabschiedet sich Silvi Carlsson von der Rolle der immer braven, verständnisvollen Frau. Was passiert, wenn wir uns erlauben, nicht immer für andere da zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Sie zeigt, wie tief die Good-Girl-Prägung in Beziehungen, Karrieren und Körpern wirkt – und was geschieht, wenn wir Männer nicht länger ins Zentrum unseres Denkens stellen.
Silvi Carlsson ist Autorin, Content-Creatorin und Psychologiestudentin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit weiblicher Sozialisation, Scham, emotionaler Verfügbarkeit und der Frage, warum Frauen sich so oft selbst zurückstellen. Mit ihren persönlichen, humorvollen und gesellschaftskritischen Inhalten erreicht sie auf Social Media hunderttausende Menschen. Dabei verbindet sie psychologische Beobachtungen mit gesellschaftlichen Dynamiken und spricht insbesondere über Beziehungsmuster, Queerness, Neurodivergenz und den Female Gaze. Good Girl Exit - Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit ist ihr erstes Buch.

© Dafy Hagai
Zwischen Insta-Story und Erbstreit muss Amira ihren eigenen Weg durch das Chaos der Vergangenheit finden.
Rasant und höchst aktuell, ein Roman von Berlin bis Tel Aviv: Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands, erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von Gier und Neid in Familien und von der schwierigen Suche einer jungen Frau nach Bodenhaftung in einer Welt, die aus den Fugen ist.
»Mirna Funks Figuren tragen so eine ganz schöne Melancholie in sich, die einen berührt, aber die man gleichzeitig auch in sich tragen möchte.« Caroline Wahl
Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. »WTF!«, denkt Amira und macht erstmal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss plötzlich Amira sich rechtfertigen.
Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. ›Balagan‹), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und ihre Familie im Besonderen ihr hinterlassen hat.
Mirna Funk, geboren 1981 in Ostberlin, studierte Philosophie und arbeitet heute als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für die ›FAZ‹, ›SZ‹ und ›Die Zeit‹. Seit 2021 erscheint ihre monatliche Sex-Kolumne in der ›Cosmopolitan‹ und von 2018 bis 2020 schrieb sie über jüdisches Leben bei ›Vogue online‹. Ihr Debütroman ›Winternähe‹ wurde mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet, das Sachbuch ›Who Cares‹ wurde ein sofortiger Bestseller. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.

© privat
Klaus ist ein kurzsichtiger Oktopus mit acht Fangarmen und drei Herzen, die immer wild durcheinander pochen, wenn etwas Neues passiert. Deshalb bleibt er am liebsten in seiner Höhle – bis er eines Morgens einen Knoten in seinem Lieblingsarm entdeckt! Mit pochenden Herzen wagt sich Knotenklaus ins offene Meer, um Hilfe zu suchen … und findet Gitti Garnele. Die hat zwar keine Lösung, aber genug Mut für beide zusammen. Auf ihrer gemeinsamen Reise durch den Ozean lernt der schüchterne Knotenklaus, so achtsam wie ein Blauwal, so wütend wie ein Einsiedlerkrebs und fast so mutig wie Gitti Garnele zu sein.
Ein berührendes Bilderbuch ab 4 Jahren, das zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn wir uns unseren Ängsten stellen, uns in Achtsamkeit und Akzeptanz üben und alle Gefühle zu- und rauslassen. Nachhaltig und vegan produziert in Deutschland.
Autorin und Illustratorin Julia Regett lebt im trubeligen Köln. Kreativität macht sie glücklich. Den Pinsel schwingen und die Ideen sprudeln lassen – da fängt es bei Julia an zu kribbeln. Neben dem Illustrieren arbeitet sie gerne im Atelier, düst mit ihrem Rad durch die Gegend und entwirft Postkartenmotive. Ihr erstes Kinderbuch »Eine kleine große Reise um die Welt« erschien ebenfalls bei CalmeMara.

© Ben Knabe

© Magnus Terhorst
»Lütfiyeah« und »Am Anfang war Schmonzes«
Die literarischen Miniaturen von Lütfiye Güzel und Alexander Estis sind so kurz, dass man manchmal nicht einmal weiß, ob man sie wirklich gehört oder nur gedacht hat.
„Ich würde gerne mit jemandem sprechen, aber hier sind nur Menschen.“
Lütfiye güzel
„Unzählige Bücher erklären, wie man Romane schreibt; kein einziges rät, wie man sich dessen enthält.“
Alexander Estis
Lütfiye Güzel, 1972 in Duisburg geboren, ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus. 2017 wurde Lütfiye Güzel mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Das aktuelle Buch „lütfiyeah“ ist im Februar 2026 erschienen.
Die Ehrengabe für 2025 der Kester-Haeusler-Stiftung, einer weiteren Unterstiftung der Deutschen Schillerstiftung, erhält die Autorin Lütfiye Güzel. Autonomie, so die Jury in ihrer Begründung, steht im Zentrum ihres Schreibens und Auftretens, praktische, lyrische und damit letztlich auch politische. In ihren Gedichten und Kürzestgedichten reflektiert sie Themen wie Identität, Migrationserfahrung, Suche nach dem Gegenüber und Verlust, immer grundiert von trotziger Melancholie und eingebettet in Alltagsbeobachtungen.
Alexander Estis, 1986 in Moskau geboren, ist Schriftsteller. Er schreibt vorwiegend Kürzestprosa. Zuletzt erschien der Band „Am Anfang war Schmonzes. Jüdische Satiren“ bei SATYR. Alexander Estis wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kurt-Tucholsky-Preis.

© Pablo Castagnola

© Sebastian Wells
Christoph Biermann
»Die Tabelle lügt immer«
Über die Macht des Zufalls im Fußball | Vom SPIEGEL-Bestseller-Autor von ›Die Fußball-Matrix‹
Was wäre, wenn nicht stimmt, was wir über Fußball denken: dass trotz aller Anstrengungen von Trainern, Managern und Spielern, den Zufall unter Kontrolle zu bringen, nicht selten die Falschen oben in der Tabelle stehen und nicht die Richtigen absteigen.
Wenn wir also die Falschen loben, statt die Richtigen zu kritisieren. Wenn Real Madrid die Champions League ein paar Mal zu viel gewonnen hätte und Pep Guardiola ein paar Mal zu wenig. Wenn wir nach einem Bundesligaspiel zwar tolle Theorien über »Angstgegner« aufstellen oder über »den Lauf«, den eine Mannschaft gerade hat, weil wir nicht wahrhaben wollen, wie zufällig viele Ergebnisse in Wahrheit sind? Und welche Konsequenzen hätte das?
Christoph Biermann hat sich auf die Suche nach dem Zufall begeben und mit Trainern, Managern, Vereinsbesitzern und Mathematikern gesprochen. Er hat dabei Erstaunliches herausgefunden, das unseren Blick auf den Fußball verändern wird und wie wir über die Magie des Spiels sprechen.
Christoph Biermann, lebt in Berlin, arbeitete für die taz, Stern, Die Zeit und war Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und beim SPIEGEL. Seit 2010 beim Fußballmagazin 11Freunde, inzwischen als Reporter. Biermann gehört seit Jahren zu den profiliertesten Fußballjournalisten Deutschlands und hat zahlreiche Bücher zum Thema Fußball veröffentlicht. »Die Fußball-Matrix«, »Wenn wir vom Fußball träumen« und »Um jeden Preis. Die wahre Geschichte des modernen Fußballs« wurden jeweils zum »Fußballbuch des Jahres« gewählt. Zuletzt erschien von ihm »Die Tabelle lügt immer. Über die Macht des Zufalls im Fußball«.
Ronny Blaschke
»Spielfeld der Herrenmenschen«
Kolonialismus und Rassismus im Fußball
Europäisches Überlegenheitsdenken: Kolonialismus im Fußball
Rassismus wird im Fußball oft auf Neonazis reduziert. Doch wer die Ursachen verstehen will, muss viel weiter zurückgehen: Kolonialmächte wie England, Frankreich, Portugal aber auch Deutschland wollten durch Sport ihre Untertanen „zivilisieren“. Ihre „Rassenlehre“ ist längst widerlegt, doch bis heute hält sich ein europäisches Überlegenheitsdenken. Für die Reportagen in diesem Buch war der Journalist Ronny Blaschke auf fünf Kontinenten unterwegs. Und er analysiert strukturellen Rassismus in Europa: Schwarze Menschen gelten als kraftvolle Athleten, aber als Trainer oder Vorstände erhalten sie kaum Chancen. Blaschke erklärt neokoloniales Denken in Talentförderung, Sponsoring, Medien. Und er stellt Menschen vor, die den Antirassismus auf ein neues Niveau heben wollen.
Ronny Blaschke, geboren 1981, ist als Buchautor und Journalist auf politische Themen im Sport spezialisiert. Mit „Spielfeld der Herrenmenschen – Kolonialismus und Rassismus im Fußball“, seinem sechsten Buch, möchte er eine Debatte anstoßen. Blaschke hält Vorträge und organisiert Bildungsangebote. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet.

© Martin Steffen
Der Ton ist rauer geworden, die Debatte teilweise vergiftet, Aggressionen wachsen. Auch eine zunehmende Verrohung der Sprache führt dazu, dass die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben werden. Erschöpft von toxischen Debatten fragen wir uns, wie wir in einer lauter werdenden Welt noch mit Anstand dagegenhalten können.
Die Antwort lautet: Mit der unerschütterlichen Kraft des WIR – und einer guten Portion Humor. In »Zusammenhaltestelle« zeigt dir der Bestsellerautor und Poetry-Slammer Sebastian 23, wie wir Demokratie und Menschenwürde aktiv verteidigen, ohne die Leichtigkeit zu verlieren.
Auch bekannt als @mondschaf auf Instagram, begeistert der Wortakrobat aus dem Ruhrpott bereits über 130.000 Follower*innen mit seinem täglichen Mix aus scharfer Beobachtungsgabe und radikalem Optimismus. Wir brauchen jede und jeden Einzelne/n! Gerade jetzt braucht es den respektvollen Diskurs mit Andersdenkenden, das Ringen um ein Miteinander trotz aller Gegensätze. Um Demokratie und Menschenwürde aktiv zu verteidigen, ist es notwendig, sich in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten einzumischen. Dabei spielt ein humanes Menschenbild eine entscheidende Rolle. Es geht um echtes Teilen, um Mitgefühl und Nächstenliebe.
Dieses Buch rüstet uns mit den besten Argumenten, scharf geschliffenen Poetry-Slam-Texten und Essays aus, um Hass mit Humor zu begegnen – und setzt ein starkes Zeichen für ein neues, humorvolles Miteinander!
Seabstian 23, Sebastian Rabsahl, Jahrgang 1979, alias Sebastian 23 ist Bestsellerautor, Poetry Slammer, studierter Philosoph und Gitarrist. Seit 2000 begeistert er auf den Poetry-Slam-Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und gewann 2008 bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften in Zürich den Meistertitel im Einzelwettbewerb. Rabsahl war auf Comedy- und Kabarett-Bühnen, in Mixed-Shows und in Fernsehsendungen wie TV total, dem WDR Poetry Slam zu sehen. In seinen Soloprogrammen spielt er gekonnt mit der Sprache, fühlt dem Zeitgeist auf den Zahn und bohrt nach Metaphern bis es knistert. 2023 erhielt er den »Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur«. Sebastian 23 ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

© privat
Wenn zwei zusammen träumen, dann sind sie nicht allein, dann können sie ein Löwe, ein Fisch und eine Möwe und einfach alles sein.
Ihr ganzes Leben hat die preisgekrönte und erfolgreiche Autorin Jutta Richter Gedichte geschrieben, die besten sind hier versammelt. In ihrer an Überraschungen und Humor reichen Lyrik streifen wir durch die Jahreszeiten: »Ich trag ein apfelgrünes Kleid, ich hüpfe über Pfützen, die Tauben gurrn. Es ist so weit: Frühling wohnt unter Mützen.« Uns begegnen Fabelwesen wie das Traumel (»Das Traumel wohnt in meinem Kopf / es ist ein wildes Tier«), wir lachen und verdrücken Tränen und sind geborgen im Sommer, der »wie Himbeereis« schmeckt. Wir lauschen dem Konzert der Raben und der Dohlen, sorgen uns um einen »armen Hund« und lachen über die Taubenengel. Und über dem »Kinderzimmerwald« ist es der »Brennesselengel«, der uns beschützt.
Eine einzigartige Gedichtanthologie zum Vorlesen und Selberlesen. Julie Völk, ebenfalls bereits vielfach ausgezeichnet, hat den Band mit ihren einfühlsamen Zeichnungen versehen: ein wunderbares Geschenkbuch für kleine und große Leute oder für alle, die Gedichte lieben.
Empfohlen ab 7 Jahren

© Mima Amini
Gulistan lebt mit ihrem Mann Çiya in einem Land, das sie anfeindet für ihre Sprache, ihr Denken, ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins werden sie als Kurden verfolgt. Als Çiya verschwindet, begibt Gulistan sich auf die Suche nach ihm. Nichts kann ihren Willen brechen, ihren Geliebten wiederzufinden, auch wenn ihr immer wieder das Ausmaß ihrer eigenen Ohnmacht vor Augen geführt wird. Schließlich begegnet sie Çiya bei einer Versammlung inmitten einer Menschenmasse wieder – in der Uniform des Diktators, als dessen Doppelgänger. Gulistan wird verhaftet und verliert zunehmend den Verstand, doch entwickelt umso stärkere Widerstandskräfte, nicht erst, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt.
Wie soll man nicht dem Wahn verfallen angesichts einer Diktatur, die Wahrheiten verdreht, den Menschen alles nimmt und nichts kennt als die Sprache der Gewalt? Karosh Taha schreibt über die Angst in den Straßen, die Grausamkeit eines paranoiden Systems und den Widerstand durchs Erzählen, vielstimmig, lyrisch, dicht.
Karosh Taha wurde 1987 in Zaxo, Kurdistan, geboren. Als Kind floh sie mit ihrer Familie vor der Diktatur Saddam Husseins nach Deutschland. Sie hat Englisch und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen und in Kansas Anglistik studiert. Nach ›Beschreibung einer Krabbenwanderung‹ und ›Im Bauch der Königin‹ ist ›Gulistan‹ ihr dritter Roman. Taha erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. die Alfred-Döblin-Medaille, und steht mit ›Gulistan‹ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2026.

© correctiv

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© Yvonne Schmedemann
Anette Dowideit
»Ich bin doch kein Rassist, aber ...«
Migration verändert Gesellschaften. Das schafft Chancen, aber auch neue Konflikte. Manche Zuwanderer bringen Erfahrungen oder Wertvorstellungen mit, die mit den Normen einer liberalen Demokratie kollidieren. Über diese Probleme müssen wir offen sprechen können. Denn nur wer Probleme klar benennt, kann Lösungen finden.
Genau daran scheitert die Debatte in Deutschland häufig. Die einen meiden das Thema aus Angst vor Rassismusvorwürfen. Die anderen überzeichnen Probleme und leiten daraus politische Forderungen ab, die oft weder praktikabel noch mit den Grundrechten vereinbar sind. Dazwischen wächst das Gefühl, über Migration könne nicht mehr offen gesprochen werden – ein Eindruck, der wiederum den Rechten in die Hände spielt.
Das Ergebnis sind verhärtete Fronten, fruchtlose Debatten und eine Gesellschaft, die zunehmend auseinanderdriftet. Dieses Buch ist der Versuch, die notwendige Debatte über Migration wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Anette Dowideit leitet gemeinsam mit Justus von Daniels die Recherche-Redaktion von CORRECTIV. Sie verantwortet neben langfristigen Recherchen unter anderem die Tagespublikation SPOTLIGHT und schreibt dort fast jeden Tag selbst das Thema des Tages – in dem die wichtigsten Themen des Tages eingeordnet werden.
Vor ihrem Wechsel zu CORRECTIV im Jahr 2023 leitete sie das internationale Investigativnetzwerk bei Axel Springer und das Investigativteam der „Welt“. Sie hat aus ihren Recherchen mehrere Sachbücher gemacht, sie als TV-Filme und Podcasts umgesetzt und schon häufig in Talkshows von den Ergebnissen von Recherchen berichtet – und viel Spaß dabei gehabt, mit verantwortlichen Politikern oder Verbandsfunktionären zu diskutieren.
Lara Grewe
»Stammtischparolen entkräften«
„Lügenpresse!“, „Die Regierung treibt Deutschland in den Ruin!“, „Wir werden fremd im eigenen Land!“, populistische Parolen begegnen uns in Familienchats, an Stammtischen, auf Schulhöfen und in den Sozialen Netzwerken. Sie sind kurz, einprägsam und geben einfache Antworten auf komplexe Probleme. Parolen befeuern Unsicherheit und tragen dazu bei, dass sich die Fronten mehr und mehr verhärten.
Doch wie begegnet man Menschen, die Parolen äußern? Wie schafft man es, nicht sprachlos zu sein und an den richtigen Stellen Grenzen zu setzen? CORRECTIV gibt dir das Handwerkszeug, um populistische Muster zu erkennen, souverän darauf zu reagieren – und einzuschätzen, wann sich ein Gespräch lohnt.
Dieses Buch erklärt die Mechanismen von populistischer Rhetorik und Hetze und bietet praktische Tipps für alle, die Parolen nicht das letzte Wort überlassen wollen.
Lara Grewe ist Journalistin und setzt sich besonders für Aufklärung über die tägliche Arbeit im Journalismus und gegen Desinformation ein. Sie hat Digital Journalism studiert, erst im Sauerland, dann den Master in Köln. Seit 3 Jahren ist die bei der Reporterfabrik von CORRECTIV und erarbeitet Themen wie Faktenchecken auf TikTok und journalistisches Arbeiten mit Jugendlichen.
Sie ist seit Januar 2025 Projektleitung des Drittmittelprojekts „Brandherd Desinformation“, das in Kooperation mit der Deutschen Jugendfeuerwehr Jugendliche und Multiplikatoren zum Thema Desinformation und Social Media schult.
Umes Arunagirinathan
»Grenzen akzeptieren wir nicht!«
Über Migration, Heimat und den Wert der Freiheit
Umes Arunagirinathan und Peggy Parnass trennten fünfzig Lebensjahre, die Hautfarbe, das Geschlecht und auch sonst eine ganze Menge. Doch entscheidend ist, was sie verband. Beide erlebten die tiefgreifende Erfahrung von Flucht und Vertreibung. Peggy wurde von ihrer Mutter 1939 auf einem Kindertransport nach Schweden geschickt, um sie vor der NS-Verfolgung zu retten. Umes kam als 13-jähriger unbegleiteter Flüchtling aus Sri Lanka nach Deutschland. Bei beiden verursacht dieses Schicksal viel Leid, aber löst auch den tiefen Wunsch aus, die Welt besser zu machen. Statt zu resignieren, widmen sie ihr Leben dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Ausbeutung und Diskriminierung. Aus Peggy Parnass' zahlreichen Texten und den Begegnungen mit Umes Arunagirinathan ist das Porträt zweier außergewöhnlicher Lebenswege entstanden, das Perspektiven beider Generationen auf zentrale Themen wie Freundschaft, Hass, Mut, Fremdsein und Identität eröffnet.
Dr. med. Umes Arunagirinathan fand nach seiner Flucht aus Sri Lanka eine neue Heimat in Deutschland. Er studierte Medizin in Lübeck, arbeitete als Fach- und Oberarzt für Herzchirurgie in verschiedenen Kliniken in Hamburg, Berlin, Bremen und Halle an der Saale. Mit rund 20 Jahren Krankenhauserfahrung ist er nun in einer Gemeinschaftspraxis in einer kleinen niedersächsischen Landgemeinde tätig. Seine Bücher zu gesellschaftspolitischen und medizinischen Themen sind Bestseller. Er ist beliebter Gast in Talkshows und bei Lesungen.

© Magnus Terhorst

© Magnus Terhorst

© Gerald von Foris
Am 4. Oktober 1957 erreichen die ersten Satelliten die Erdumlaufbahn. Kurz darauf erblickt in West-Berlin Sputnik das Licht der Welt. Er wächst auf zwischen den Geschichten von Sala, der geliebten Mutter, die der Wirklichkeit ihre eigenen Bilder entgegenhält, und den Büchern des Vaters Otto. Schon früh wird ihm die Welt zur Bühne, alle scheinen eine Rolle zu spielen, und wie sonst sollte man das Leben begreifen? Als Jugendlicher dann die Flucht nach Paris: in die Welt der Literatur und zu Annie, die ihn Begehren, Liebe und Eifersucht lehrt. Und die Rückkehr nach Deutschland: mitten hinein in die vom Aufbruch geprägte Theaterwelt der 70er Jahre. Eine wilde Zeit des Experimentierens bricht an, bis Sputnik zu ahnen beginnt, wer er ist, oder zumindest, wer er sein könnte.
In seinem dritten Roman begibt sich Christian Berkel erneut auf die Spuren seines Lebens, doch noch mehr als ein Blick zurück ist diese Geschichte eine Reise aus ihr hinaus in eine erschreckend veränderte Gegenwart, in der wir ohne das Vergangene nie verstehen werden, wer wir sind.
Christian Berkel, 1957 in West-Berlin geboren, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er war an zahlreichen europäischen Filmproduktionen sowie an Hollywood-Blockbustern beteiligt und wurde u.a. mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sein Debütroman Der Apfelbaum sowie der Nachfolger Ada wurden von Kritikern und Lesern gleichermaßen gefeiert.
Moderation: Gregor Schnittker
An diesem Abend wird auch wieder der LesArt.Preis der jungen Literatur verliehen:
Der bedeutendste Preis für junge Literatur in Dortmund, der »LesArt.Preis der jungen Literatur«. Wenn ihr aus Dortmund seid, jünger als 35 und schreibt, seid ihr eingeladen, eure Texte einzusenden (www.LesArt.ruhr). Der Einsendeschluss ist der 03. Oktober 2026. Eine fachkundige Jury wählt dann den Preisträgertext. Der von der Sparkasse Dortmund gestiftete Preis ist mit € 1.000,– dotiert und wird bei der LesArt.Gala im domicil Dortmund überreicht.




































